FAQs

Wir geben Ihnen Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um TEXAID und das Recycling von Altkleidern:

Aus ökologischen und ökonomischen Gründen produzieren wir keine neuen Säcke mehr. Sie können jegliche Art von Säcken verwenden, auch normale Kehrichtsäcke sind möglich. Es geht um den Schutz der Kleider, deshalb ist es wichtig, dass die Säcke zugebunden und Schuhe paarweise gebündelt sind. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe, Ihr Vertrauen und Verständnis.

Altkleider werden bei TEXAID mittels Altkleidercontainer, In Store Sammlungen oder eingesammelt. In Deutschland stellt TEXAID über 4'600 Sammelcontainer flächendeckend für eine kostenlosen Altkleiderabgabe zur Verfügung.

Unser Ziel ist es, Textilien weiter zu verwerten und damit Ressourcen zu schonen. TEXAID gelingt ein Secondhand-Wert von ca. 60 Prozent. Damit übertreffen wir deutlich den europäischen Branchendurchschnitt, der bei ca. 45 bis 50 Prozent liegt.

Rund 30 Prozent der sortierten Textilien eignet sich nicht mehr für die Wiederverwendung und wird verschiedenen Recyclingprozessen zugeführt. Etwa 15 Prozent, lässt sich zum Putzlappen verarbeiten, die in der Industrie beim Reinigen und Polieren eingesetzt werden.
Weitere 15 Prozent gehen ins Textilrecycling – sie werden zerfasert und als Rohstoff anderen Materialien beigemischt oder zu Dämmstoffen verarbeitet.
Nicht mehr verwertbare, textilfremde und stark verschmutzte Textilien machen rund 10 Prozent der Sortiermenge aus und werden fachgerecht entsorgt.

TEXAID erreicht damit in den eigenen Sortierwerken eine stoffliche Verwertungsquote von rund 90 Prozent.

Der Erlös aus dem Verkauf deckt die Kosten für die Sammlung, Sortierung und Verwertung der Alttextilien. Damit werden sämtliche Aufwendungen finanziert (Löhne, Kosten für Logistik, Sortierung, Forschung etc.).

TEXAID vereint seit über 45 Jahren wirtschaftliches Handeln mit sozialem Engagement und ökologischer Verantwortung und bietet die Altkleidersammlung kostenlos an. Bei der Abgabe durch die Bevölkerung handelt es sich aus Sicht von TEXAID nie um eine Spende, sondern um eine Altkleiderentsorgung.

TEXAID verkauft gebrauchte Kleidung und Schuhe in eigenen Secondhand-Läden und exportiert sortierte Altkleidung nach Osteuropa, Westeuropa, Asien und Afrika. Unsortierte, aber von offensichtlichem Abfall bereinigte Textilien, werden an Sortierwerke in Italien, Belgien und Osteuropa verkauft.

Weitere Informationen können Sie bitte dem Nachhaltigkeitsbericht entnehmen.

Second-Hand-Kleidung bietet vielen Menschen in Niedrig- und Mitteleinkommensländern einen günstigen Zugang zu qualitativ guter Kleidung. Besonders in Afrika ist Second-Hand weit verbreitet und kulturell verankert, wobei Kleidung häufig weitergegeben, repariert oder wiederverwendet wird. Die Wiederverwendung von Textilien ist zudem deutlich umweltfreundlicher als die Produktion von Neuware.

Der Second-Hand-Handel schafft zahlreiche Arbeitsplätze und ist damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in den Empfängerländern. Dabei verdrängt er die lokale Textilindustrie nicht, sondern ergänzt sie, da beide Bereiche unterschiedliche Bedürfnisse und Marktsegmente bedienen.

Die Transformation hin zu einer funktionierenden zirkulären Textilwertschöpfungskette erfordert ein koordiniertes Zusammen spiel aller Akteure im In- und Ausland. Neben klaren und verlässlichen regulatorischen Rahmenbedingungen braucht es insbesondere Investitionen in Infrastruktur und Technologie, eine Verbesserung der Inputqualitäten so wie skalierte Recyclinglösungen ausgelegt auf den Alttextilstrom. TEXAID wird seine Rolle in diesem System weiterhin aktiv wahrnehmen mit Fokus auf die Stärkung bestehender Strukturen, die Weiterentwicklung der operativen Prozesse und fachlichen Expertise sowie die Sicherstellung qualitativ hochwertiger Stoff ströme für die nachgelagerte Verwertung.

Nicht alle gesammelten Textilien lassen sich als Secondhand-Kleidung wiederverwenden. Damit auch die nicht mehr tragbaren Textilien möglichst hochwertig verwertet werden, engagiert sich TEXAID bereits seit 2014 mit Forschungs- und Entwicklungsthemen im Bereich Textilrecycling und -sortierung und hat seit 2018 eine eigene Abteilung Forschung & Entwicklung. Unser Ziel ist es, die beim Sortieren anfallenden Recyclingfraktionen möglichst hochwertig zu verwerten und den Abfallanteil in der Sortierung durch innovative Recyclinglösungen zu reduzieren.

Wir arbeiten an zwei thematischen Kernbereichen – dem Textilrecycling und der Textilsortierung – und richten unseren Fokus insbesondere auf folgende Themenbereiche:

- Auf- und Ausbau von Partnerschaften mit Recyclingunternehmen, um hochwertige Recyclingwege zu erschliessen und sortierte Textilien als Rohstoff (Feedstock) bereitzustellen

- Automatisierung und Digitalisierung der Sortierung mittels Technologien wie Nahinfrarotspektroskopie oder KI, um die Sortierung fürs Recycling technisch und finanziell zu ermöglichen

- Weiterentwicklung von Aufbereitungsverfahren, um die Qualität des Rohstoffes und die Wirtschaftlichkeit des Recyclings zu verbessern

- Weiterverfolgung der Entwicklungen zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) und entsprechende Positionierung in verschiedenen Märkten

Diese Themen setzen wir in Forschungsprojekten in der Schweiz und auf europäischer Ebene um. Dabei arbeiten wir mit Partnern entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette zusammen, beispielsweise mit Recyclingunternehmen, internationalen Verbänden (Recycling Europe, Bureau for International Recycling etc.), Hochschulen (Hochschule Luzern), Innovations- und Technologiepartnern (Recyclingatelier der ITA Augsburg), öffentlichen Stellen sowie weiteren Partnern aus der Industrie.

Alttextilien unterscheiden sich stark in Material, Qualität und Zustand. Viele Kleidungsstücke bestehen aus Mischgeweben, deren Materialzusammensetzung sich weder ertasten noch mit blossem Auge zuverlässig erkennen lässt. Heute werden Alttextilien noch weitgehend von Hand sortiert. Das ist zeitaufwendig und kostenintensiv und eine genaue Sortierung nach Material ist so kaum effizient möglich. Die manuelle Sortierung ist deshalb einer der grössten Engpässe auf dem Weg zum Recycling im grossen Massstab. Knöpfe, Reissverschlüsse oder Beschichtungen stellen weitere Hürden für das Recycling dar und müssen vorgängig entfernt werden. Gleichzeitig sind die Recyclingkapazitäten für den Alttextilstrom in Europa noch klein und recycelte Fasern teurer als Neufasern. Damit Textilrecycling im grossen Massstab funktioniert, braucht es begünstigende regulatorische Rahmenbedingungen, Investitionen in Infrastruktur und Technologie und eine gesicherte Nachfrage nach recycelten Materialien.